Vorwort

Der Stahlhelm wurde im Jahr 1916 als Stahlschutzhelm in Deutschland eingeführt. Bis zu
diesem Zeitpunkt trugen die Soldaten der Kaiserlichen Armee Pickelhauben an der
Front. Diese aus Leder, Pappe oder Blech gefertigten Kopfbedeckungen
hatten eher dekorative als eine schützende Aufgabe zu erfüllen.
Die Pickelhaube war bis zu Beginn des Ersten Weltkriegs das
Erkennungsmerkmal des Deutschen Soldaten und der wichtigste
Bestandteil der Kaiserlichen Uniform. Im modernen Krieg allerdings,
bot sie keinerlei Schutz und wurde durch den Stahlhelm im Jahr 1916
ersetzt. Die ersten Stahlhelme wurden noch als Splitterschutzhelme
bezeichnet, denn genau das war ihre Aufgabe. Den Kopf des Soldaten
vor kleinen bzw. kleinsten Splittern zu schützen.
Seit der Einführung des Stahlhelms ist dieser zu einem
unentbehrlichen Ausrüstungsgegenstand eines jeden Soldaten geworden.

 



 

 

 

Modelle der Zeit 1916 - 1918








 

Stahlschutzhelm Modell 1916

Der im Jahr 1916 bei der Kaiserlichen Armee eingeführte Stahlhelm hatte zwei Aufhängebolzen (Hörnchen). Diese waren innen hohl und dienten zum einen der Luftzirkulation im inneren des Helms und zum anderen konnte daran ein Stirnschild befestigt werden. Die verbaute Innenaustattung 16 war durch drei Nieten am Stahlhelm befestigt und bestand aus einem Lederring an dem drei Lederlaschen befestigt waren. An der Unterseite der Lederlaschen waren kleine mit Rosshaar oder Stroh gefüllte Kissen vernäht, welche als Polster dienten. Aus Ledermangel wurden ab 1917 die Helme nicht mehr mit einem Leder-Innenring sondern mit einem Stahl-Innenring ausgestattet. Durch die Anbringung des Knopf 91 auf beiden Seiten des unteren Helmrandes, konnte der Sturmriemen der Pickelhaube am Stahlschutzhelm weiter verwendet werden und sorgte für einen besseren Halt des Helms.

Gefertigte Glockengrößen: 60, 62, 64, 66, 68
 









 

Modell 1918

Nach Truppenberichten bewährte sich der Helm vorzüglich. Drei Ausstellungen sind bei der Überarbeitung des Stahlschutzhelms im Jahr 1918 berücksichtigt worden. Ein verbesserter Anstrich, die Befestigung des Kinnriemens an der Innenausstattung und die Beeinträchtigung des Gehöres (siehe Modell 1918 mit Ohrenausschnitt). Bei den bis dato verwendeten Farben kam es zu starken Reflexionen bei Sonnen- und Mondschein. Für einen verbesserten Anstrich gab es verschiedene Versuche. Es wurde Sand aber auch Filz der Farbe beigemischt. Alle Versuche hatten das Ziel, die Helme rauer zu machen. Die neuen Kinnriemen gab es in zwei Versionen. Eine einteilige Version mit nur einer Zugschnalle und gelenkiger Öse - Kinnriemen war auf einer Seite fest am Helm angebracht und konnte auf der anderen Seite ein- und ausgehakt werden. Die zweite Version war ein an beiden Seiten des Helms befestigter zweiteiliger Kinnriemen mit Dornschnalle. Fortsetzung siehe "Stahlschutzhelm Modell mit Ohrenausschnitt 1918"


Gefertigte Glockengrößen: 60, 62, 64, 66, 68
 









 

Modell mit Ohrenausschnitt 1918

Unter Berücksichtigung der Ausstellungen der Truppen, wurden auch die bei Wind auftretenden Nebengeräusche und die Beeinträchtigung des Gehörs berücksichtigt. Der größte Nachteil des tief herunterragenden Schläfenschutzes war die schlechte Aufnahme von außen kommender Geräusche. Bei auftretendem Wind wurde das Problem durch den Helm selbst verstärkt, da seine Form starke Windgeräusche erzeugte. Des weiteren verursachen die Aufhängebolzen vor allem bei Seitenwind starke Nebengeräusche. Nach Versuchen mit angebrachten Lederpfropfen in den Aufhängungsbolzen oder einer Beklebung mit Filz des inneren Hohlraums, kam es zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis. Die Windgeräusche in den Aufhängungsbolzen wurden von den Soldaten selbst gelöst. Dabei stopften sie kleine Stöcker oder Erde in die Belüftungslöcher. Ein 20mm hoher und 60mm breiter halbmondförmiger Ausschnitt löste das Problem der akustischen Einschränkung. Diese Helme waren für Beobachter, Horchposten und Feldwachen gedacht und sollten nur während des Dienstes gegen denn normalen Helm eingetauscht werden.

Gefertigte Glockengrößen: 64

 

Modelle in der Zeit 1935 - 1945

Stahlhelm 1935

1935 wurde der neue moderne Stahlhelm bei der Wehrmacht eingeführt. Die Form des Helms wurde stark überarbeitet. Der Seitenschirm war flacher als das Vorgängermodell des Ersten Weltkriegs, die Lüftungsbolzen entfielen und wurden durch kleine Hohlnieten ersetzt. Die drei Nieten, die die Innenausstattung mit der Helmglocke verbanden waren größer und stabiler. Die neue Innenausstattung 31 war nun vom Werk aus standardmäßig verbaut. Ein höherer Tragekomfort und Flexibilität im Kampfeinsatz waren für den Träger nun gegeben.

Gefertigte Glockengrößen: 60, 62, 64, 66, 68, 70, 72 ( 74 nicht bekannt )




 

Stahlhelm 1940

Der 1940 eingeführte Stahlhelm wies kaum Unterschiede zum Vorgängermodell auf. Verzichtet wurde auf die eingesetzten Hohlnieten, diese entfielen und die Löcher wurden nun in die Helmglocke  geprägt. Dies erleichterte die Produktion, die im Verlauf des Krieges gesteigert werden musste. Die Innenausstattung erhielt nun einen Innenring aus Stahl und löste damit die Aluminium-Variante ab. Einige Hersteller schlugen im Laufe des Krieges die Herstellerkennung und Glockengröße nicht in den Seitenschirm, sondern in den Nackenschirm, über der Lot-Nummer. Helme der Marine, der Luftwaffe und des Heeres erhielten einen matten rauen Werksanstrich (Heer & Marine - Feldgrau, Luftwaffe - Blaugrau). Helme durften nicht mehr einlackiert oder gefettet werden. Bis auf einige frühe Ausnahmen erhielten die Helme neben dem neuen Anstrich werksmäßig auch nur noch das Hoheitsabzeichen der jeweiligen Truppengattung.
Ausnahmen stellen hier Helme der Polizei, SS, SA, NSKK, Reichsarbeits-dienstes oder Freiweilligen-Verbände der Wehrmacht und Waffen SS dar.

Gefertigte Glockengrößen: 60, 62, 64, 66, 68, 70, 72, ( 74 nicht bekannt )




 

Stahlhelm 1942

Ab dem 1. August 1942 wurden die Ränder der Helme nicht mehr gebörtelt. Vom 8.August 1942 an fiel das Hoheitsabzeichen auf der linken Seite des Helmes weg. Ausnahmen stellen hier Helme der Polizei, SA, NSKK, Reichs-arbeitsdienstes oder Freiweilligen-Verbände der Wehrmacht und Waffen SS dar. Durch das Weglassen des Bördelvorganges wurde die Produktion ein
weiteres Mal vereinfacht und dadurch optimiert.

Gefertigte Glockengrößen: 60, 62, 64, 66, 68, 70, 72, 74

 

 

Zivile Modelle in der Zeit 1933 - 1945




 

Stahlhelm 1938 Modell "Gladiator"

Ab 1938 stand mit dem sogenantem Modell "Gladiator" dem Luftschutz ein weiterer Stahlhelm zur Verfügung. Die Helmform wich von den üblichen Formen ab. Bis dato orientierten sich zivile Helme an der typischen Form des Modells von 1918. Beim sogenannten Gladiator-Helm war der Frontschirm nun größer und bot den Luftschutzhelferinnen und Luftschutzhelfern bei der Brandbekämpfung eine größere Schutzfläche im Stirnbereich. Der Nackenschirm war auch größer als bei allen zu diesem Zeitpunkt eingesetzten zivilen Modellen. Dieses Stahlhelmmodell wurde deutschlandweit von über 30 Herstellern gefertig und direkt vertrieben. Im Nackenschirm befand sich die eingestanzte  Herstellerkennung sowie der damals übliche verkaufspreis von 8 Reichsmark.  Die Helme erhielten einen für den Luftschutz typischen dunkelblauen Anstrich. Der Luftschutz brachte auf der Stirnseite das Luftschutz-Abzeichen an. Vereinzelt wurden dieses Helmmodell auch von Sanitätern, vom Werkschutz verschiedener Firmen oder Parteimitgliedern (SA, NSDAP) getragen. Diese Helme erhielten dann weitere Anstriche und die jeweiligen Abzeichen/Bemalung. Es gibt Ein-, Zwei- und Dreiteilige Modelle dieses Stahlhelms.

 

 

Modelle der Nationalen Volksarmee










 

Stahlhelm 56/76

Autor S.B.:
In der sowjetischen Besatzungszone bzw. der jungen DDR waren die ersten miltärischen Formationen mit russischen Stahlhelmen ausgerüstet.
1954 wurde für die kasernierten Einheiten der Volkspolizei ein Modell produziert das heute von Sammlern "M54" oder "Keßlerbombe" (nach Heinz Keßler, damals  Stellvertreter des Ministers des Inneren und Chef der VP-Luft) genannt wird.
Für die neuen regulären Streitkräfte der DDR, die Nationale Volksarmee, wurde 1956 ein Stahlhelm eingeführt, dessen Form auf Versuchsreihen für einen neuen Wehrmachtsstahlhelm aus den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs zurückgeht, das Gerät 604, bzw. der Stahlhelm M56. Die Vorlage war das sogenannte Modell B II, das von den Eisenhüttenwerken Thale, unter Leitung des Obering. Erich Kisan, entwickelt wurde und in den Beschussproben 1943/44 die besten Ergebnisse aller Vorschläge erzielte.
Obering. Kisan und die Eisenhüttenwerke Thale übernahmen dann auch die Entwicklung des Modell 56. Die Serienproduktion lief ab 1957 in den ehemaligen sächsischen Emailliewerken in Lauter, wo ebenfalls bereits seit dem Ersten Weltkrieg Stahlhelme gefertigt wurden.

Der M56 wurde, in seiner äußerlichen Form unverändert, bis zum Ende der DDR von der NVA, der Volkspolizei und anderen Organisationen getragen.
Details der Fertigung und die Ausführung der Inneneinrichtung wurden über die Jahre weiterentwickelt und verändert.

Gefertigte Glockengrößen: I, II, III